Verpasse nichts mehr aus Bremens Designszene. Jeden Monat.
Bremer Design Insider №8 — Weihnachts-Edition 🎄
Hi Leser:in,
Da ist sie wieder, die schönste Zeit im Jahr: Die Newsletter Zeit! Es ist doch einfach herrlich, wenn der frische Duft von Creative-Events die Luft erfüllt, die Kinder sich über ihre neuen Linktipps freuen und selbst Opa ein Lächeln auf den Lippen hat, wenn er die neue Kolumne liest.
Sustainable UX MeetUp

Am Mittwoch ziehen wir eine noch originalverschweißte Erstausgabe aus der Socke: Das Sustainable UX Network MeetUp Nr. 1! Hier ein Auszug aus dem Klappentext (ja ich weiß, hier quitscht die Metapher): „Es geht darum, wie wir in naher Zukunft unseren Workflow im Hinblick auf Projektplanung, Konzeption und Umsetzung von digitalen Angeboten im Web anpassen und umfassend nachhaltiger gestalten wollen.“
Im Zuge des MeetUp gründet sich auch offiziell die Bremer Chapter des Sustainable UX Network, ein internationales UX-Design-Netzwerk mit dem Ziel, die Ausrichtung von UX-Design grundsätzlich in Richtung nachhaltiger und gesellschaftlicher Verantwortung zu bewegen.
Das bremen.design Team ist froh, dieses Event unterstützen zu können. Wir werden auf jeden Fall auch am Start sein, wir hoffen, wir sehen euch da!
Wann und Wo
Sustainable UX MeetUp
Mittwoch, 27. November
Bremer Presse-Club
Schnoor 27
28195 Bremen
DesignTreff №38 & Risodrucken bei Grommas Dietz

Am Samstag dem 7. Dezember finden wir hocherfreut den DesignTreff №38 in unserem Stiefel. Ja, ein Tag zu spät, aber man muss ja nun wirklich nicht jeden Tag rausgehen. Nur an diesem besonderen Tag sollte man es tun, denn wir haben uns nicht lumpen lassen und eine ganze Reihe weihnachtlicher Action für euch vorbereitet: Ein kleiner Weihnachstmarkt, Glühwein und Gartmannringe für ne schmale Mark und ein oberexklusives Weihnachtsrisodrucken, das so exklusiv ist, dass es in diesem Newsletter einen eigenen Abschnitt bekommt:
Weihnachts-Risodrucken!
Ihr braucht noch ein Geschenk oder fühlt den starken inneren Drang, eure Weihnachts-Stimmung in gedruckter Form zum Ausdruck zu bringen? Dann haben wir ein ganz besonderes Geschenk: Grommas Dietz plündern ihre Farbvorräte und bieten im Riso-Workshop die Möglichkeit, eigene Weihnachtskarten zu gestalten und anschließend aus dem hauseigenen Risodrucker rutschen zu sehen. Die Plätze sind sehr begrenzt und daher ist eine Anmeldung bei bremen.design zwingend erforderlich. Dafür ist das ganze kostenlos, im Warmen und garantiert sehr lehrreich. Bitte bringt auch eigene Materialien mit, alles Wichtige dazu steht im Link.
Weihnachtsmarkt!
Eure Oma ist allergisch gegen selbstgemachte Geschenke? Dann lasst sie doch lieber von jemand Anderem machen: Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut um euch eine kleine Auswahl kuratierter Künstler*innen zu bieten, die auf unserem Mini-Designweihnachtsmarkt ihre einzigartigen Werke feilbieten! Karten, Poster, Comics, Schmuck, die Liste ließe sich endlos weiterführen, jedoch würden wir dann leider Weihnachten verpassen. Also kommt einfach vorbei und überzeugt euch selbst!
Weihnachtsmarkt und DesignTreff fangen um 18 Uhr an, das Risodrucken geht von von 14—18 Uhr. Auch für den DesignTreff könnt ihr euch bei bremen.design anmelden, das ist zwar keine Pflicht, aber ihr habt damit die Möglichkeit, einen wunderschönen DesignTreff Jutebeutel zu gewinnen.
Wann und Wo
DesignTreff №38
Samstag, 7. Dezember 2024
Ab 18 Uhr (Das Risodrucken geht um 14 Uhr los)
Atelier von Grommas Dietz
Fehrfeld 26
28203 Bremen
Kolumne
Das letzte Geschenk unterm Weihnachtsbaum ist ein kleines Experiment – der Bon liegt bei, wir sind nicht beleidigt wenn ihr es umtauscht: Dieser Newsletter ist mit dem Ziel gestartet, euch immer einen Mehrwert zu bieten, und nicht nur mit Werbung für unsere Seite und Events zuzuballern. Wir werden uns deswegen mal an einer kleinen monatlichen Kolumne versuchen, zu sehr unterschiedlichen Themen die irgendwie mit Design verknüpft sind, und die, ganz ehrlich, einfach durch das bestimmt werden, was ich (Jonas) gerade interessant finde. Dieses Mal ist es ein recht oller (nein, da fehlt kein t) Film, den ich gesehen habe:

Trancers (1984)
Charles Bands Trancers ist ein klassisches B-Movie wie es sie heute praktisch nicht mehr gibt: Wild zusammengeklaute Konzepte aus Terminator, Blade Runner, Zurück in die Zukunft und mindestens einem halben Dutzend anderer Filme, eine hastig sprunghafte Handlung deren Sinn mindestens diskussionswürdig ist und ein über 40 Jahre alter Held der mit einer höchstens halb so jungen Frau zusammenkommt. Und dennoch (und das unterscheidet ihn von so vielen modernen Trash-Filmen) will der Film in jeder Minute mehr, als er zu leisten im Stande ist, möchte auch so cool, so clever, so kultig sein wie seine großen Vorbilder, schafft das aber leider in keiner der angenehm wenigen Minuten (77).
Alle oben genannten Filme prägten auch mit ihrem Set- und Kostümdesign das Kino der Achtziger und Trancers kocht diese Ästhetik so sirupdick zusammen, dass ich am Anfang des Films fürchtete, er wäre ein Parodie. Neonlichter im Dutzend billiger, Anzüge kastiger als das Gesicht des Helden, verbastelte fliegende Autos und dazu sphärische Synthi-Mucke. Aber gerade weil der Film sich so frech an allem bedient, was er gerne wäre wirkt er wie ein Symbolbild für sein gesamtes Genre: Cyberpunk SciFi hatte in den Achtzigern seinen Höhepunkt und heutige Vertreter ziehen immer noch ihre Standards aus eben dieser Epoche.
Dabei finde ich es erstaunlich, wie sehr diese Filme mein Bild eines Jahrzehnts geformt haben, indem sie ja häufig gar nicht spielen. Ihr Design ist so sehr Abbild von Trends und Zeitgeist, dass es heute mehr nach Achtzigern aussieht als ein Film, dessen Handlung in den Achtzigern spielt. Trancers nimmt diese Ästhetik allerdings sogar mit in die Sequenzen, die im Los Angeles von 1984 (die Handlung ist dermaßen wirr, dass ich gar nicht erst versuche, sie zusammenzufassen) spielen: Jeder Schauplatz sieht entweder aus wie die Neon-Showroom-Version eines Punk-Nachtclubs oder wie direkt aus einer wirklich teuren Ausgabe der Schöner Wohnen geschnitten.

Nach Trancers hatte ich große Lust, alles aus meiner Wohnung rauszuschmeißen und durch Neon-Lichter, Abstrakte Kunst, Röhrenfernseher, Sofa-Landschaften und große Matratzen direkt auf dem Boden zu ersetzen. Seine plakative Art, eine Neo Noir Atmosphäre zu schaffen ist zwar billig und dreist kopiert, aber erreicht gerade durch die Holzhammer-Methode trotzdem seine Wirkung, auch weil man dem Film anmerkt, dass er gerne so cool wäre wie sein Vorbilder. Für einen 80s-Design-Flashback ist der Film wie eine Fahrt im DeLorean, große philosophische Erkenntnisse sollte man von seiner Handlung jedoch nicht erwarten. Und die fünf(!) Fortsetzungen kann ich wirklich niemandem empfehlen, außer man steht auf explodierenden Schinken.
Fundsachen
Zu guter Letzt haben wir unter den ganzen Geschenkpapierresten noch ein paar kleine Fundsachen gefunden:
№1 Pixel Fonts:
Auf der Config 2024, der diesjährigen Figma Konferenz, hielt Marcin Wichary einen begeisterten Vortrag über Pixel Fonts. Der ist wirklich sehr sehenswert und mit dem dazugehörigen Tool wurde hier länger prokrastiniert als man Stolz drauf sein könnte.
№2 IMG_0001:
Von 2009 bis 2012 konnte man Videos direkt aus der iPhone Fotos-App auf Youtube hochladen. Die meisten dieser Clips sind bis heute online und haben oft 0–10 Aufrufe. Riley Walz hat mit IMG_0001 einen Crawler gebaut, der diese Clips sammelt und zufällig abspielt. Das ganze fühlt sich an wie TikTok in völlig random und ist gerade dadurch extrem unterhaltsam.
№3 3D printed Nike:
Der neue AirMax 1000 ist fast vollständig 3Dgedruckt.
So, alle Events und Texte sind ausgepackt, die Bäuche sind rund, die ganze Familie hat sich vorm traditionellen Game Over Screen versammelt. Erschöpft aber glücklich haben wir es auch diesen Monat wieder geschafft.
Doch das nächste Mal kommt bestimmt, bis dahin freuen wir uns über Feedback zum Newsletter, neue Events oder einfach nur Lobhudeleien direkt an diese Mail-Adresse.